(An)Spannung vor Kölner Kleinboot-DM

Es könnte die wohl wichtigste Regatta dieses Jahres werden: In Köln-Fühlingen trifft sich die nationale Ruder-Elite am kommende Wochenende zur deutschen Kleinboot-Meisterschaft. Es geht um viel und um mehr als um Titel und Medaillen. Gekämpft wird um die Rollsitze in den diesjährigen WM-Booten und damit um wichtige Weichenstellungen in Richtung Olympia in Tokio 2020. Vom DRC gehen sechs Ruderinnen und Ruderer in Köln an den Start, drei davon mit Tokio-Ambitionen. Frauke Hundeling und Carlotta Nwajide treten im Einer an und müssen sich im Kampf um die sieben Plätze in den drei WM-Booten gegen starke Konkurrenz beweisen. Bis jetzt zählen unsere beiden Skullerinnen zum festen Kreis A-Nationalmannschaft. Soll das so bleiben, müssten sie in Köln wieder absolute Top-Leistungen abrufen. Nach den Plänen des Deutschen Ruderverbandes sollen Mitte Mai nach der internationalen Regatta in Duisburg Einer, Doppelzweier und Doppelvierer für die diesjährige WM in Linz im August stehen. Alle, die dann nicht in den Skull-Booten dabei sind, würden – so die Ankündigungen der Bundestrainer – ihr weiteres WM-Glück in den Riemenbooten versuchen müssen. Und das könnte eine Einbahnstraße sein: Denn es zeichnet sich ab, dass die Bundestrainer im Hinblick auf die Tokio-Besatzungen frühzeitiger als sonst, nämlich schon in diesem Sommer, ihre  Vorentscheidungen treffen wollen. „Die Anspannung bei Frauke und Carlotta vor Köln ist deshalb sehr groß“, sagt Heimtrainer Thorsten Zimmer.

Julius mit Außenseiter-Chance

Nicht minder angespannt ist Julius Peschel, der ebenfalls im Einer antritt. Für Julius ist der Start in Köln gleichbedeutend mit einem Angriff auf die etablierte deutsche Skuller-Elite, deren Nationalmannschafts-Reihen im Hinblick auf die WM eigentlich schon fest geschlossen scheinen. Nur durch eine überzeugende, Aufmerksamkeit erzeugende Einer-Leistung könnte Julius ein „Einbruch“ in deren Phalanx gelingen. Sein Plan als  „Außenseiter“: Im Einer in Köln schnell sein und sich dann in Duisburg in einem Doppelzweier als Alternativ-Duo präsentieren und die Konkurrenz abhängen. Wahrscheinlich wird sich also auch für Julius erst im Mai entscheiden, ob er international eine Chance bekommt.

Bei Lena ist alles möglich

Bei unseren Nachwuchs-Assen gehen die Blicke in Richtung U23-WM in Sarasota: Im Zweier startet das Hannover-Duo mit Lena Osterkamp und Janka Kirstein (HRC), durchaus auch noch mit Ambitionen in den Riemen-A-Bereich. Bei den Beiden dürfte alles möglich sein in Köln, genauso wie sich aber auch erst im weiteren Saisonverlauf entscheiden wird, wohin die Reise geht. Im Einer tritt Malte Engelbracht an, der nach einer Zahn-OP aber zuletzt längere Zeit pausieren musste. Für Leichtgewicht Till Biermann geht es darum, sich als Renngemeinschafts-Partner für Doppelzweier- und Doppelvierer-Kombinationen in Szene zu setzen.

Frühtest für fünf Youngster

Spannende Wettfahrten allerdings ohne Titelvergabe stehen in Köln bei den 17/18-jährigen A-Junioren an. Stattdessen messen sich unsere Youngster beim „Frühtest“ am gleichem Ort in den Kleinbooten. Die DRC-Farben werden durch Aaron Erfanian im Einer sowie durch die beiden Zweier mit Ryan Smith/Leon Knaack sowie Mathieu Njofang/Tom-Otis Brandes vertreten. Unsere letztjährigen U19-WM-Teilnehmer Aaron, Leon und Ryan hoffen, an ihre Leistungen aus dem Vorjahr anschließen, im August zur WM nach Tokio reisen und in ihrem Sog auch Mathieu und Tom-Otis international mitziehen zu können.

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