Viel zu wenig weibliche Bootsnamen gibt es in unserer Flotte. Das soll sich nun endlich ändern: Den Auftakt machte vergangenen Sonnabend beim DRC-Anrudern kein geringerer als Lindens Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube, der auf Einladung unseres Präsidenten Julius Peschel einen nagelneuen Doppelzweier für den Breitensport auf den Namen der großen Philosophin, politischen Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt taufte. Die war vor fast genau 120 Jahren in Linden geboren worden. Bei bestem Frühlingswetter kam das Gespräch an jenem Nachmittag noch mehrfach zurück auf starke Frauen in Linden und im DRC. Rund 80 Clubmitglieder und Gäste hatten sich auf unserem Bootsplatz an der Ihme versammelt, um gemeinsam feierlich in die Rudersaison 2026 zu starten. Stark vertreten war auch der jüngste Nachwuchs, der sich auf der Hüpfburg kräftig austobte.

Lindens langjähriger Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube beim Taufakt
Neben „Hannah Arendt“ wurden bei Kaffee und leckerem selbst gebackenem Kuchen unter viel Beifall vier weitere Boote in Dienst gestellt und dazwischen mit ebenso viel Applaus verdiente und treue Mitglieder geehrt. Vielen Dank übrigens für die Kuchenspenden sowie an die Helfer*innen an den Theken und am Grill!

Unser langjähriger Nachwuchstrainer Theo Uden taufte einen weiteren Breitenport-Einer auf den Namen „Jürgen Hasenberg“ zu Ehren unseres Anfang dieses Jahren verstorbenen ehemaligen Breitensport-Motors im DRC.

In Anspielung auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles ist „California Dreaming“ der Name eines neuen Doppelzweiers für den Leistungssport, den U23-Ruderer Enno Becher taufte.

„Schnellweg“ ist der Name eines neuen Zweier-ohne für die zweite Wettkampfebene, getauft von Paddy Doering.

Wiebke Schütt bei der Jungfernfahrt mit dem neuen Einer, getauft von Manja Radtke auf den Namen unseres im vergangenen Jahr verstorbenen Mitglieds „Barbara Fiedler“, eine Pionierin des ambitionierten Frauen-Breitensports im DRC.

Mit der Goldenen Clubnadel für 40-jährige Mitgliedschaft ehrte der DRC Heide Hasenberg, oben rechts neben DRC-Präsident Julius Peschel, ebenso eine Pionierin des Frauensports im DRC.

Heide berichtete, wie es damals war vor mehr als 40 Jahren im DRC.

Der Chef unseres Förderkreises Tobias Cantz (l.) mit dem Mann, der immer das passende Werkzeuge hat:

Mit der silbernen Clubnadel wurden Steffen „BumBum“ Meyer und…

…Timm Frerichs (r.) für 25-jährige Clubzugehörigkeit ausgezeichnet, in der Mitte Ex-Weltmeister Matthias Edeler, der die Laudatio hielt.

Mixed-Jungfernfahrt der „Hannah Arendt“ mit zwei Trainern an Bord: Manja Radtke und Frederik Stoll im neuen Breitensport-Boot.

„Damals“, als ich noch eher Segler als Ruderer, mein Heimatgewässer nicht die Leine, sondern die Unterweser und mein Heimatclub nicht der DRC, sondern der BRSV („Braker Ruder- und Segelverein“) war, gab es im Frühjahr auch immer ein Ansegeln. Dabei ging es vorrangig um die erste Ausfahrt des Jahres nach der Winterpause, in der die Boote poliert, aufgemotzt und neu gestrichen wurden. Oft war das sogar eine längere gemeinsame Ausfahrt – nach Helgoland oder so. Das Anrudern beim DRC ist strukturell anders, hier geht es darum, nach dem Winterschlaf alle wieder zusammenzubringen, verdiente Mitglieder zu ehren, ums Feiern und um eine Gelegenheit neu erworbene Boote zu taufen (toll, dass wir so einen großen und gepflegten Bootspark haben!). Um eines geht es nur sekundär: Das Rudern. Eigentlich stand das zwar in diesem Jahr ausnahmsweise auf der Agenda, ist aber völlig verdrängt worden. Haben wir schon immer so gemacht, finde ich persönlich aber auch schon immer ein bischen schade. Dennoch: Vielen Dank an das Orga-Team und die Helfer – es war eine tolle Veranstaltung!
P.S.: Wer nach dem ersten Satz schon aufgehört hat mitzulesen: Ich kann mich nicht entsinnen, beim BRSV jemals auch nur ein einziges Ruderboot gesehen zu haben 😉