Wie unsere Vize-Europameisterin Carlotta jetzt Olympia in Tokio ansteuert


Nach ihrem Gewinn des EM-Silbers in Poznañ bleibt unserer Carlotta Nwajide nur wenig Zeit zum Durchatmen: „Kommende Woche geht es in Berlin mit dem Training im Doppelvierer weiter“, sagt unsere 25-jährige Top-Ruderin. Dass das erfolgreiche Team in der EM-Konstellation so bis zu den Olympischen Spielen zusammenbleibt, ist trotz des eingefahrenen Edelmetalls wohl eher unwahrscheinlich. „Niemand hat seinen Rollsitz im Boot sicher. Über den Winter kann noch viel passieren“, sagt Carlotta. „Es wird auch in den kommenden Monaten immer wieder Leistungsüberprüfungen und Tests geben“, weiß unsere frischgebackene Vize-Europameisterin. Sicher ist nur, dass das Boot für die Olympischen Spiele qualifiziert ist und damit icht wie zum Beispiel der Frauen-Achter, der Frauen-Doppelzweier und der Frauen-Einer zur Nach-Qualifikationsregatta im Mai un Luzern bestreiten muss.

Gibt es eine Regattasaison 2021?
Bis zu den nächsten Regatten und bis zu den Spielen in Tokio gibt es allerdings für Carlotta und Co. angesichts der Coranavirus-Pandemie noch viele „Wenns“ zu umschiffen: „Wenn es nächstes Jahr überhaupt sowas wie eine Regattasaison gibt“, fragt sich natürlich auch Carlotta. Und wenn die Olympischen Spiele überhaupt stattfinden. Über den Winter wird Carlotta wieder am Trainingsstützung der deutschen Skull-Flotte in Berlin trainieren. Wieder sind zwischendurch von November bis März einige Trainingslager in Spanien und Portugal geplant – wenn die Infektionsgeschehen das zulassen.

Leistungssteigerung durch und mit Carlotta
„Es wäre schön, wenn Ruhe ins Boot kommt und sich der Doppelvierer gezielt vorbereiten kann“, sagt Carlottas Heimtrainer Thorsten Zimmer. Das „Top-Ergebnis“ von Poznañ, so Thorsten, zeige, „dass sich die Umbesetzungen im Boot gelohnt haben“. Seine Anspielung auf den Wechsel auf der Schlagposition von Fieda Hämmerling (Kiel) zu Franziska Kampmann (Waltrop). Aber auch eine Anspielung Thorstens darauf, dass Doppelvierer-Bundestrainer Marcin Witowski trotz ihrer zweiwöchiger Erkältungspause im September auf Carlotta setzte und sie 10 Tage vor Poznan wieder zurück ins Boot holte. „Im vergangenen Jahr war der Doppelvierer bei der WM mit dem vierten Platz mehrere Längen hinter den Niederländerinnen und Polinnen. Vergangenen Sonntag sind sie unsere Frauen mit den beiden Teams wieder auf Augenhöhe mitgefahren“, erklärt Thorsten die Leistungssteigerung. Zur Erinnerung: Carlotta musste 2019 ab Juli wegen einer Thrombose im rechten Unterschenkel pausieren und war bei der WM deshalb nicht am Start.

Carlotta bleibt nun zur Erholung diese Woche ein paar Tage in Hannover, hat am Mittwoch noch eine Uni-Prüfung. Danach geht´s zurück in die Hauptstadt. Drücken wir ihr die Daumen für weitere Erfolge und für die Gesundheit!

Carlottas silberner EM-Doppelvierer mit Daniela Schultze (Potsdam), Carlotta, Frieda Hämmerling (Kiel) und Schlagfrau Franziska Kampmann (Waltrop, v.l.n.r.)

 

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