Olympia in Tokio: Carlottas Vorlauf mit zwei Unbekannten


Die Vorlauf-Konkurrentinnen stehen fest, die Spannung steigt: Beim Olympia-Aufttakt am Freitagmorgen in Tokio trifft der deutsche Doppelvierer um unsere Carlotta Nwajide (oben 2.v.l.) im ersten der beiden Vorläufe in dieser Bootsklasse um 4:50 Uhr MESZ auf starke Teams und mit den Booten aus den USA und Neuseeland auf zwei Unbekannte. Die US-Amerikanerinnen und die Neuseeländerinen traten aufgrund der Coronavirus-Pandemie seit anderthalb Jahren bei keiner internationalen Regatta mehr an, waren auch bei den diesjährigen Weltcup-Regatten nicht am Start. „Gute Bekannte“ für Carlottas Quartett sind hingegen die Niederländerinnen und die Britinnen. Beide Teams waren bei der EM in Varese im April noch schneller als Carlotta und Co.: Kontinentales Gold ging damals an die vier Ruderinnen aus den Niederlanden, das Team aus dem Vereinten Königreich holte EM-Silber. Bronze ging damals an Carlotta, Frieda Hämmerling (Kiel), Daniela Schultze (Potsdam) und die damalige Schlagfrau Franziska Kampmann (Waltrop). Nach der EM wurde das deutsche Boot allerdings umbesetzt: Hämmerling rutschte auf die Schlagposition vor, Carlotta rudert seit dem auf der Schlagübernahme-Position.
Diese Vorlauf-Startauslosung bedeutet für das in den vergangenen Jahren vollständig neuformierte deutsche Quartett um Carlotta, das nach dem Gold-Erfolg der Vorgängerinnen bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 in den Statistiken nominell als Titelverteidigerin antritt, eine schwierige Herausforderung.
Die favorisierten Chinesinnen treten am Freitag in Tokio im zweiten Vorlauf um 5 Uhr MESZ an. Auch sie haben mit dem Team aus Australien ein Konkurrenz-Boot mit im Starterfeld, das sich in diesem und im vergangenen Jahr Pandemie bedingt gar nicht auf Regattastrecken sehen ließ. Die weiteren Teams im zweiten Vorlauf kommen aus Polen, Frankreich und Italien.
Der Modus: Insgesamt treten bei der olympischen Bootsklasse zehn Doppelvierer-Boote an. Die jeweils zwei schnellsten Boote der beiden Vorläufe ziehen direkt ins A-Finale am nächsten Dienstag ein. Die jeweils drei langsameren  Boote beider Vorläufe müssen in den Hoffnungslauf am Sonntag. Der Hoffnunsglauf wird folglich mit sechs Booten ausgefahren, von denen wiederum die beiden schnellsten Boote ins A-Finale einziehen. Die vier unterlegenen Boote rudern das B-Finale aus.

Starke Konkurrenz im olympischen Vorlauf: Der deutsche Doppelvierer mit Frieda Hämmerling, Carlotta Nwajide, Franziska Kampmann und Daniela Schultze (v.l.n.r.)
Archiv-Fotos: Detlev Seyb

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