Leon: „Wir wollten so viel rausholen…“

Auch unser Junioren-Weltmeister Leon Knaack gewährt uns einen Einblick in sein privates Trainingsquartier in den heimischen Vier Wänden. Im vergangenen August holte der 18-Jährige Jura-Student Gold im Achter auf der Olympia-Strecke in Tokio, genoss schon einmal den „Duft der große weiten Welt“ des Rudersports. Die nächsten drei Wochen testet Leon nun zwangsweise in seinem WG-Zimmer auf dem Ergometer ein neues Indoor-Trainingsprogramm, das unser Coach Thorsten Zimmer speziell auf seine vier U23-Jungs um Leon zugeschnitten hat. „Im Kern geht es darum, insgesamt etwas weniger zu trainieren, dafür aber die einzelnen Einheiten intensiver anzugehen“, erklärt Leon. „Das ist für mich spannend und unter den aktuellen Umständen auch deutlich angenehmer für den Kopf“.

Und im Kopf tut sich bei Leon einiges: Die klare Sicht auf die Dinge gehen einher mit Enttäuschung. „Dass Wettkämpfe derzeit abgesagt werden und dass wir zuhause trainieren, ist nur vernünftig“, sagt Leon. „Aber es wäre falsch, es so darzustellen oder es so vorzuspielen, als ob es mir leicht fiele, das alles so hinzunehmen“, so der 18-Jährige. „Im Gegenteil: Es ist einfach sehr, sehr schade und ziemlich frustrierend“, sagt Leon, der sich mit seinem DRC-Zweier-Partner Ryan Smith viel vorgenommen hatte für diese Saison. „Wir wollten so viel rausholen, haben über den Winter akribisch an uns gearbeitet, zum Beispiel daran, wie der Zweier läuft und wie wir trainieren“, berichtet der Steuerbord-Mann. „Und dass wir nichts daran ändern können, dass sich nun alles so verflüchtigt und die Aussichten für die restliche Rudersaison auch nicht gut aussehen, ist enttäuschend. Das möchte ich ausgesprochen wissen“, sagt Leon.
Gedanken eines jungen Athleten, die nachdenklich machen. Große Herausforderungen und Aufgaben warten auf unsere Trainer und die gesamte Clubfamilie, nicht nur aktuell, sondern auch dann, wenn diese Krise überstanden ist.

Leons Gold-Achter vergangenes Jahr bei der Siegerehrung an der Olympia-Bahn in Tokio.

Mit unserem Schlagmann Ryan Smith (r.) holte Leon den Titel.

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