Nach acht Jahren wieder solidarisch mit gemeinsamem Einsatz


Rußgeschwärzte Tore und Wände, verkohlte Boote, herabhängene Deckenverkleidungen, schaumig-schwarzes Löschwasser: Ein erschütternder Anblick bot sich heute vor genau acht Jahren. Am frühen Sonntagmorgen des 25. November 2012 blickten die DRC-Mitgliedern hinein in eine Trümmerlandschaft. Ein Feuer hatte unsere Bootshallen zerstört. Zwei Dutzend Gig- und Rennboote waren verbrannt, das Gebäude war völlig verrußt, Elektrik, Heizung und Wasserversorgung ausgefallen. Mehr als eine halbe Million Euro betrug der materielle Schaden. Eine tiefe Zäsur im Clubleben, so befürchteten viele Mitglieder zunächst, habe die durch Brandstiftung ausgelöste Katastrophe verursacht. Möglicherweise werde der DRC nie wieder auf seine Beine kommen, meinten einige. Mindestens finanziell sei das das Aus für unseren Leistungssport, argwöhnten andere.
Die Clubfamilie war schockiert: Tagelang blieb damals unser Bootshaus für die Brandermittlungen versiegelt, wochenlang war es unbegehbar, monatelang war es für den Sportbetrieb geschlossen und nur schrittweise wieder zugänglich.

Materieller Schaden ist ersetzbar
Acht Jahre nach diesem Feuerinferno müssen wir aktuell wieder auf unser gewohntes Clubleben im DRC-Bootshaus verzichten. Wegen der Coronavirus-Pandemie ist Sport im DRC wieder nur sehr eingeschränkt möglich. Spannende Wettkämpfe, schweißtreibendes Training, interessante Begegnungen und Gedankenaustausche sowie stimmungsvolle Veranstaltungen und Feiern fallen aus.
Diesmal ist es nicht zuerst der ersetzbare materielle Schaden, der die DRC-Clubfamilie hart trifft, nicht der Verlust von Booten und glorreichen Bootsnamen. Es ist die Clubfamilie, die unvergleichliche DRC-Atmosphäre, die fehlt: Das Verbindende, das Rudern in Mannschaftsbooten, das Zusammenstehen und Fachsimpeln nach dem Training, das Schulterklopfen für unseren Leistungssport-Nachwuchs und unsere erfolgreichen EM-Teilnehmer*innen, die Wanderfahrten, die Grillabende, das Feiern, die Siegerherungen. Das alles vermissen wir. Stattdessen heißt es: Training auf Abstand und alleine, keine „Zusammenkünfte“, wie es neuerdings im bürokratischen Verordnungs-Deutsch heißt.

Beispiellose Spendenbereitschaft
Unsere mehr als sprichwörtliche „Feuertaufe“ in Sachen Krisen-Bewältigung haben wir 2012 im DRC mit Bravur bestanden. Solidarisch und mit viel Unterstützung von außen. Gemeinsam haben wir es geschafft: Mit kreativen Aktionen der gesamten Clubfamilie, legendären Partys in Eigenregie im Schankraum, einem grandiosen Spendenlauf, einem eigenen DRC-Fotokalender, der „Brandente“ als Maskottchen und einer beispiellosen Spendenbereitschaft. Stärker als je zuvor waren wir nach der Krise. Heute und in den den kommenden Wochen und Monaten müssen wir wieder solidarisch handeln. Denn nur so können wir uns bald wieder gemeinsam in die Riemen legen und nicht nur virtuell miteiander in einem DRC-Boot sitzen.

Die verkohlten Boote waren nur noch Sondermüll.

Der Titel des DRC-Foto-Kalenders mit unseren Sportler*innen.

Endlich „Licht am Ende des Tunnels“, die vom Ruß gereinigte Bootshalle Anfang 2013.

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